Wie es zur Idee kam...

„2016 fing alles an – schaukelnd das schlummernde Baby vor dem Bauch und viel Zeit zum Nachdenken, kam mir der Gedanke, einen Kindergarten im Westen Ugandas zu eröffnen. Stellah, meine ehemalige Kollegin und dortige beste Freundin, schien unzufrieden mit ihrem Leben. Wie viele Menschen in Uganda – wie viele Menschen überall auf der Welt – war sie vom Land in die Stadt gezogen, in der Hoffnung auf ein gutes Leben – jedoch weit weg von der eigenen Familie. Als studierte Pädagogin arbeitete sie in einem sozialen Projekt in Kampala, der Hauptstadt Ugandas. Während unserer gemeinsamen Arbeit dort, sagte sie mir immer wieder, dass sie sehr gerne in diesem Projekt tätig sei. Es stand jedoch fest, dass jenes aufs Land verlegt werden wird – abgelegen von anderen Städten und immer noch weit weg von der eigenen Familie. Die Familie, die sie stark zu vermissen begann und aus finanziellen Engpässen nur ein bis zwei Mal im Jahr besuchen konnte.
 
Ich fing an, ihr indirekte – hoffentlich zielführende – Fragen zu stellen. Ziel war es, heraus zu finden, ob Stellah den Wunsch, die Kraft, die Fähigkeiten und die Begeisterung in sich trägt, einen eigenen kleinen Kindergarten zu führen. Nach langem hin und her sowie vielen geheimnisvollen Fragen, habe ich sie in meine Idee eingeweiht. Schon kurz darauf folgte ihr Umzug zurück zu ihrer Familie, wobei mir klar wurde: „Jetzt wird es ernst… das Ganze habe ich uns eingebrockt… ist sie erstmal auf´m Dorf, dann ist sie auf´m Dorf… und es gibt so schnell kein Zurück.“ Nach kurzen Momenten des Zweifelns, einigten wir uns in Ruhe voran zu gehen – „step by step“ war unser neues Motto.
 
Gemeinsam erarbeiteten wir ein pädagogisches Konzept. Stellah und einheimische Unterstützer gründeten einen Verein in Westuganda und eröffneten die erste Vorschulklasse in unserem neuen Kinderzentrum…
Zur selben Zeit in Deutschland saß ich an einer Lösung, die das Kinderzentrum auf offiziellem Weg und langfristig unterstützen soll… Und heute spreche ich nicht mehr nur von „mir“ sondern von einem „Ntara-Team“, welches ermöglicht hat, einen offiziell gemeinnützig anerkannten Verein in Deutschland zu gründen. Als Förderverein sammeln wir hauptsächlich Spendengelder, möchten jedoch auch an Lösungen zur Eigenfinanzierung arbeiten, das heißt Ideen finden, die dem Kinderzentrum eigene Einnahmen direkt in Uganda ermöglichen.
 
Die ersten wichtigen Schritte sind getan, die nächsten folgen und werden einen tollen Weg ebnen – einen Weg den wir, die Mitglieder des Ntara Childrens Center in Uganda und in Deutschland, trotz 6000 km Entfernung gemeinsam gehen wollen.
 
Die Eltern der Kinder sind enorm dankbar für die Mühe aller Vereinsmitglieder und freuen sich sehr, dass ihre Kinder die Möglichkeit erhalten, das Kinderzentrum zu besuchen.
 
Sie sind herzlich eingeladen, diesen Weg zu begleiten!
 
Text: Jenny Lindner, Stand: Februar 2019

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